Harald König

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#KI, Internet und Soziale Medien

Mein Arbeitsthema umfasst die Analyse der Möglichkeiten, Risiken und anderer gesellschaftlicher Herausforderungen durch neue Biotechnologien sowie deren zunehmenden Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz. Dabei spielen insbesondere neue Techniken für die Herstellung oder das “Umschreiben“ von Erbgut in Zellen und Organismen sowie neue KI-Methoden zum Design biologischer Moleküle, Funktionen oder „neuer“ Organismen eine wichtige Rolle.

Dazu forsche ich am ITAS 

In den letzten gut 10 Jahren haben große Fortschritte bei der Analyse und beim „Umschreiben“ von Erbgut in Zellen und Lebewesen – von Bakterien oder Pflanzen bis hin zu menschlichen Zellen oder Embryonen – die Möglichkeiten erweitert, Zellen und Organismen zu erforschen, zu verändern und sogar neu zu „designen“. Oft werden diese Entwicklungen unter den Begriffen „Synthetische Biologie“ oder „Engineering Biology“ zusammengefasst. Diese werden zunehmend auch von jüngsten Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI) beeinflusst, etwa durch, mit denen man Proteinen oder ganzer Stoffwechselwege designen kann. Es gibt bereits erste bahnbrechende Anwendungen, zum Beispiel bei der Erforschung von Genfunktionen und Krankheiten, dem Design von Mikroorganismen, die bspw. bestimmte Chemikalien herstellen können, oder bei der Entwicklung bestimmter Krebs- oder Gentherapien. 

Für die Zukunft erhofft man sich, dass diese Möglichkeiten und Entwicklungen in der Biotechnologie noch sehr viel stärker zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen. Beispiele sind neue Medikamente und gen- und zellbasierte Therapien, Ansätze im Kampf gegen Infektionskrankheiten wie neue Impfstoffe oder sogenannte Gene-Drive-Organismen sowie krankheits- und dürreresistentere Pflanzen oder „Designer“-Bakterien für mehr Nachhaltigkeit und Klimaresilienz in der Landwirtschaft.  Mit solchen Entwicklungen sind auch neue Fragen und Risiken verbundenen Dazu gehören die Finanzierung und Zugänglichkeit vieler sehr teurer genbasierter Therapien, die Möglichkeit vererbbaren Eingriffe ins menschliche Erbgut (inkl. möglicher „Designerbabies“ oder genetisch ausgewählte Babys), mögliche Umweltrisiken durch freizusetzende Organismen (Mikroorganismen, Pflanzen, Gene-Drive-Stechmücken), und die Gefahr, dass Staaten oder Terroristen die neuen Methoden zum Bau biologischer Waffen missbrauchen könnten.  

Meine Arbeit hat zum Ziel sowohl die neuen Möglichkeiten und ihre Chancen als auch mögliche Risken oder ethische und gesellschaftliche Fragen zu identifizierten, zu analysieren und einzuordnen. Da ich seit einigen Jahren vor allem für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag tätig bin, erarbeiten ich außerdem politische Handlungsoptionen, zum Beispiel zur Forschungsförderung, der Regulierung oder zum gesellschaftlichen Dialog (siehe z.B. hier).

Darüber spreche ich am liebsten mit Euch

Möglichkeiten und Risiken neuer Biotechnologien (und deren Interaktion mit jüngeren Entwicklungen der KI), insbesondere auch in Bezug auf Anwendungen beim Menschen.

Das kann ich von Euch lernen 

Ich denke es ist für Technikfolgenabschätzung/unsere Arbeit zentral Perspektiven verschiedener gesellschaftlicher Gruppen kennenzulernen. Für mich persönlich wäre der Austausch mit Schüler:innen (u.a. aufgrund meines Alters) dabei besonders spannend und wertvoll. 

Da habe ich mich bei einer Technologie verschätzt  

Ich hatte mir nicht ernsthaft vorstellen können, dass jemand – obwohl technisch möglich – wie Ende 2018 durch den chinesischen Forscher He Jiakui geschehen, tatsächlich frühe menschliche Embryonen genetisch verändert und dadurch entsprechend modifizierte Kinder erzeugt. Dabei wurden Richtlinien und Vorschriften umgangen und massive Sicherheitsbedenken der Wissenschaftsgemeinschaft weltweit ignoriert, alles für einen medizinisch fraglichen Zweck.

Meine kleine Zukunftsvision  

In den zunehmend polarisierten Debatten über Technologien, unterschiedliche Zukunfts- und Wertevorstellungen sollte es immer gelingen problemorientierte, nicht-technokratische oder ideologisch verengte politische Lösungen zu finden. Diese die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Menschen respektieren und ihnen gerecht werden. 

Mein Lieblingsbuch oder -film zur Wissenschaft 

Zum Nachdenken über Wissenschaft, gesellschaftliche Wünsche, Werte und Realitäten: Paul Feyerabend, Conquest of abundance – A Tale of Abstraction versus the Richness of Being.

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